World Mental Health Day 2020

Schizophrenie – früh erkennen, früh therapieren

Schizophrenie
Eine frühe Diagnose ist bei Schizophrenie entscheidend

Hamburg. Der diesjährige Welttag der Seelischen Gesundheit stand unter dem Motto „Mental Health for All. Greater Investment – Greater Access. Everyone, everywhere“. Wie wichtig das frühzeitige Bewusstsein für die seelische Gesundheit ist, machen diese Zahlen deutlich: Fast jeder dritte Mensch in Deutschland leidet mindestens einmal im Leben an einer psychischen Erkrankung, mit teilweise gravierenden Folgen für das gesamte Leben. Insbesondere, wenn die Diagnose Schizophrenie lautet. In Deutschland sind rund 800.000 Menschen an Schizophrenie erkrankt [1]. Die Krankheit tritt meist im jungen Erwachsenenalter das erste Mal auf – einer von Selbstverwirklichung und Zukunftsplanung geprägten Phase. Eine frühzeitige und adäquate Therapie ist deshalb umso entscheidender, damit den Patienten eine höhere Chance auf eine selbstbestimmte Lebensführung ermöglicht wird.

Allerdings wird die Erkrankung meist immer noch zu spät diagnostiziert. So liegt in Deutschland selbst im städtischen Bereich im Durchschnitt ein Jahr zwischen dem ersten Auftreten von Symptomen und dem Beginn einer adäquaten Therapie [2]. Doch je kürzer dieser Zeitraum ist, desto höher ist die Chance, ein möglichst selbstbestimmtes Leben weiterführen zu können. Die Sensibilisierung und Aufklärung der Öffentlichkeit über das Krankheitsbild, Hilfsangebote und Therapiemöglichkeiten können hierzu einen entscheidenden Beitrag leisten: Je mehr Menschen informiert sind, desto besser und schneller kann den Betroffenen geholfen werden. Denn die Eigen- und Fremdstigmatisierung hat einen bedeutenden Einfluss darauf, ob die Betroffenen die Krankheit akzeptieren und Hilfsangebote annehmen.

Cordt Winkler
Cordt Winkler spricht im Interview über seinen Umgang mit der Erkrankung Schizophrenie

Das bestätigt auch Cordt Winkler, der selbst mit Anfang Zwanzig die Diagnose Schizophrenie erhielt. In seinem Interview anlässlich des World Mental Health Day (10. Oktober) schildert er seinen Weg von den ersten Symptomen bis zu einer adäquaten Therapie und der Akzeptanz seiner Krankheit. „Ohne meine Vorerfahrung durch die Schizophrenie-Erkrankung meines Vaters und mein aufgeklärtes soziales Umfeld hätte ich wahrscheinlich nicht den Weg zurück in mein selbstbestimmtes Leben gefunden. Doch noch besser wäre es gewesen, wenn ich in einem Früherkennungszentrum behandelt worden wäre.“

Hören Sie hierzu den Podcast „Interview mit Cordt Winkler: Mein Weg zu einem Leben mit Schizophrenie“.

Über Cordt Winkler
Cordt Winkler, 1980 unweit der niederländischen Grenze geboren, studierte Medienwissenschaften und arbeitete viele Jahre in einer Trendforschungsagentur. Derzeit macht er eine Ausbildung zum Genesungsbegleiter. Er lebt in Berlin.

Mit Anfang Zwanzig erhielt er die Diagnose, die sein Leben auf den Kopf stellte: paranoide Schizophrenie. Symptome, die er in frühen Kindertagen schon bei seinem Vater beobachtet hatte, entdeckte er nun plötzlich auch an sich selbst: Das unkontrollierbare Abgleiten von Denken und Wahrnehmung, Panikanfälle, Verfolgungswahn, Ohnmacht, freier Fall. Klinikaufenthalte. Ehrlich und mitreißend lakonisch schildert er die Dynamik der psychotischen Krise und führt den Leser tief hinein in seine, von außen betrachtet, phasenweise verrückte Innenwelt. Ein Martyrium für die Leidtragenden, ein Rätsel für Familienangehörige und ein Leiden, das in unserer Gesellschaft noch immer mit Tabus belegt ist.
In seinem Buch „ICH ist manchmal ein anderer – Mein Leben mit Schizophrenie“ nimmt Cordt Winkler den Leser mit auf eine Reise an die Grenze des Gewöhnlichen und plädiert für einen offenen Umgang mit Abweichungen von der Norm in einer Welt voll angepasster Selbstoptimierer.
Ein Buch für Betroffene, Angehörige und Freunde von psychisch Erkrankten und alle, die sich für das geheime Leben der Seele interessieren.
Weitere Informationen zu Cordt Winkler finden Sie unter www.cordtwinkler.com.
Das Buch “ICH ist manchmal ein anderer – Mein Leben mit Schizophrenie“ ist im Goldmann Verlag erschienen – www.goldmann-verlag.de.

Über Schizophrenie
Schizophrenie ist durch Störungen des Denkens, der Wahrnehmung und der Affektivität gekennzeichnet. Die häufigsten Symptome sind Halluzinationen, paranoide oder bizarre Wahnvorstellungen und desorganisiertes Sprechen und Denken. Diese werden von erheblicher sozialer oder beruflicher Dysfunktion begleitet. Typischerweise setzen die Symptome im frühen Erwachsenenalter ein. Die chronische Erkrankung erfordert oft eine lebenslange Behandlung zur Symptomlinderung. Schätzungen zufolge ist etwa 1 % der erwachsenen Bevölkerung in den USA und Europa von Schizophrenie betroffen, weltweit sind es ca. 24 Millionen Menschen. [3,4]

Herausgeber: signum [ pr, nach Informationen der Otsuka Pharmaceutical Co., Ltd. / H. Lundbeck A/S

Literatur:

[1] Gesundheitsberichterstattung des Bundes, gemeinsam getragen von RKI und DeStatis 2015; abrufbar unter: http://www.gbe-bund.de/pdf/GESBER2015.pdf (letzter Zugriff am 14.07.2020)
[2] Leopold K et al. Psychopharmakotherapie 2016; 23: 41-49
[3] National Institute of Mental Health (NIMH): Health Topics: Statistics. https://www.nimh.nih.gov/health/statistics/schizophrenia.shtml, Zugriff: 05. Mai 2020
[4] Weltgesundheitsorganisation (WHO): Schizophrenia Fact Sheet, 2010. https://www.who.int/mental_health/management/schizophrenia/en/, Zugriff: 05. Mai 2020

Bildrechte©: shutterstock.com - StunningArt / Caroline Pitzke

Zurück