Gestörtes Mikrobiom

Entzündliche Hauterkrankungen durch Biofilmbildung?

Entzündliche Hauterkrankung
Hauterkrankungen stehen oft mit der Störung des Hautmikrobioms in Zusammenhang - eine passende Basistherapie kann helfen

Düsseldorf. Dass die Art der mikrobiellen Besiedlung der Haut Einfluss auf die Hautgesundheit nimmt, ist bekannt. So geht ein gestörtes Gleichgewicht des Mirkobioms häufig mit entzündlichen Hauterkrankungen einher. Wie eine adäquate Basistherapie helfen kann, das gestörte Gleichgewicht des Mikrobioms wiederherzustellen, darüber sprachen Dermatologen auf einer von La Roche Posay unterstützen Veranstaltung im Rahmen der Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie digital.

Auf unserer Haut befindet sich eine Vielzahl von Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Viren – das Hautmikrobiom. Dieses bildet die äußerste Schicht der mehrschichtigen Hautbarriere. Die genaue Zusammensetzung des Mikrobioms variiert von Mensch zu Mensch [1,2] und wird von Faktoren wie zum Beispiel Alter, Geschlecht, Herkunft oder Lebensstil beeinflusst, erläuterte Dr. Ante Karoglan, Magdeburg. Bei ein und derselben Person ist das Mikrobiom je nach Hautregion unterschiedlich, ergänzte Prof. Tilo Biedermann, München: „Eine Vielfalt an Mikroben ist Teil einer intakten Hautbarriere. Ein gesundes Mikrobiom trainiert das Immunsystem für Abwehr und Toleranzen“. Unterschiedliche Faktoren wie etwa die Umwelt oder Genetik können die mikrobielle Besiedlung der Haut verändern und die Hautbarriere strapazieren. So gehen verschiedene Hauterkrankungen, zum Beispiel die atopische Dermatitis, mit einem aus dem Gleichgewicht geratenen Mikrobiom und einer Barriereschwäche der Haut einher.

Biofilmbildung als Gefahrenquelle
Im Verlauf einer Entzündung nimmt die Diversität des Mikrobioms ab, die Besiedelung der Haut durch Staphylococcus (S.) aureus hingegen zu [3]. Wiederkehrende und chronische Infektionen können zur Ausbildung eines S. aureus-Biofilms auf der Haut führen [4], der gegenüber herkömmlichen Behandlungsansätzen resistent ist [4,5]. Dies trifft auch auf die atopische Haut zu. „Bei der atopischen Dermatitis fördert die Überexpression von inflammatorischen Zytokinen das bevorzugte Wachstum von S. aureus“, erklärte Prof. Claudia Traidl-Hoffmann, Augsburg. Dies führe zu einem von S. aureus dominierten Biofilm, der wiederum in einem Teufelskreis die Aufrechterhaltung einer chronischen Entzündung fördert. „Da durch den Biofilm eine erhöhte Resistenz besteht, erschwert er die Behandlung der Hauterkrankung“, so die Expertin.

Richtige Basistherapie fördert die Stabilisierung des Mikrobioms
„Eine von Dysbiose angetriebene Entzündung sowie der Diversitätsverlust des Mikrobioms und die gestörte Hauthomöostase können jedoch unter anderem durch eine adäquate Basispflege verbessert werden“, betonte Biedermann. Er verwies auf Untersuchungen, die belegten, dass besondere Lystate die Symptome einer atopischen Dermatitis lindern können, da sie die Produktion von IL-10 in den dendritischen Zellen des angeborenen Immunsystems anregen und so das Gleichgewicht des Hautmikrobioms wiederherstellen [6]. Traidl-Hoffmann verwies auf eine weitere Studie. Hier konnte gezeigt werden, „dass sich ein Basistherapeutikum positiv auf die mikrobielle Diversität auswirken kann“, so die Dermatologin. Durch dessen zweimal tägliche Anwendung stieg die mikrobielle Diversität an und das Mikrobiom stabilisierte sich erneut [7]. Wird die Basistherapie regelmäßig angewendet, kann dies auch präventiv gegen die Ausbildung eines pathogenen Biofilms wirken [8].

Das passende Pflegepräparat
Auch bei anderen entzündlichen Hauterkrankungen wie Akne und Rosazea spielt das Mikrobiom eine entscheidende Rolle. Eine Studie zu der Behandlung von milder bis moderater Akne zeigte, dass durch die Anwendung eines an den Hautzustand angepassten Pflegepräparats eine positive Veränderung des Hautmikrobioms erzielt werden konnte [9]. So konnte auf Anwendung von Antibiotika, die mit einem hohen Resistenzrisiko einhergehen, verzichtet werden. Pflegepräparate mit den Inhaltsstoffen Aqua Posae filiformis, Mikroresyl, Niacinamid und Thermalwasser aus La Roche-Posay haben sich bei der aktiven und präventiven Stabilisierung des Mikrobioms als besonders effektiv erwiesen [10]. Aqua Posae Filiformis stärkt die Schutzfunktion der Haut und hilft, Schüben vorzubeugen. In Kombination mit dem aktiven Wirkstoff Mikroresyl wird das Hautmikrobiom gestärkt und die Biofilmbildung von S. aureus zusätzlich gehemmt. Niacinamid und das Thermalwasser aus La Roche-Posay mildern darüber hinaus Juckreiz und können hautberuhigend wirken.

Herausgeber: signum [ pr GmbH nach Informationen der L’ORÉAL Deutschland GmbH

Literatur:

[1] Watanabe H et al. PLoS ONE 13(7): e0199947
[2] Alexander H et al. Br J Dermatol 2020; 182(6): 1331-1342
[3] Reiger M et al. Hautarzt 2019; 70(6): 407-415
[4] Monroe D. PLoS Biol 2007; 5(11): e307
[5] Vickery K. Materials 2019; 12(12): 2001
[6] Kaesler S et al. J Allergy Clin Immunol 2014; 134: 92-99
[7] Huelpuesch C et al. Allergy 2020; 00: 1-11
[8] Di Domenico EG et al. Microorganisms, 2019; 7(9): 301
[9] Dreno B et al. Exp Dermatol 2017; 26: 798-803
[10] https://www.larocheposay.de/Produkte-Behandlungen/Lipikar/Lipikar-Baume-AP-M-p26188.aspx

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