Gestörtes Mikrobiom

Spürbar mehr Wissen: Empfindliche Haut – Was tun?

Mikrobiom der Haut
Ein gestörtes Mikrobiom kann der Grund für Hautbeschwerden sein

Berlin. Der Zusammenhang zwischen dem Mikrobiom und empfindlicher Haut ist in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Forschung gerückt. Doch welchen Einfluss hat ein gestörtes Mikrobiom auf die Haut und wie hoch ist die Relevanz von Präbiotika? Diese und mehr Fragen wurden in einem von La Roche-Posay unterstützten Mittagsseminar, welches im Rahmen der 50. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) in Berlin stattfand, diskutiert und neue Erkenntnisse präsentiert.

„Was ist empfindliche Haut?“, mit dieser Frage leitete Prof. Torsten Zuberbier, Charité Berlin, seinen Vortrag ein. „Eine allgemeingültige Definition gibt es nicht. Doch gibt es Versuche, eine empfindliche Haut anhand der Symptome und Beschwerden zu definieren“, so Zuberbier und bezog sich dabei auf ein Positionspapier [1].

Symptome empfindlicher Haut
Symptome bei empfindlicher Haut und deren potenzielle Ursachen (nach T. Zuberbier, modifiziert aus [1])

Ursache gestörtes Mikrobiom

Das Mikrobiom der Haut besteht aus einer Vielzahl diverser Mikroorganismen. Kommensalen (Mutuale) sind für den Aufbau einer gesunden Hautflora erforderlich. Diese „guten“ Bakterien sorgen für die Verdrängung pathogener/opportunistischer Bakterien, produzieren Vitamine sowie Neurotransmitter und interagieren mit dem angeborenem Immunsystem. Sie sind am Aufbau eines protektiven Hautmilieus beteiligt. Es ist bekannt, dass die Diversität des Hautmikrobioms für die Aufrechterhaltung einer effektiven Hautbarriere notwendig ist. Ist das kutane Mikrobiom durch eine fehlende Diversität gestört, wirkt sich dies negativ auf die Funktion der Hautbarriere aus. Die Haut wird empfindlich, wodurch auch die Entstehung von Hauterkrankungen gefördert werden kann.

Umwelt beeinflusst Mikrobiom

Die Ursache für ein gestörtes Mikrobiom liegt also in der fehlenden mikrobiellen Diversität, die durch viele Faktoren beeinflusst wird. Im Fokus der Forschung steht die Frage „inwieweit beeinflusst die Umwelt das Mikrobiom?“. So weisen Untersuchungen darauf hin, dass eine Fast Food-reiche Ernährung die mikrobielle Besiedelung des Darms beeinträchtigen kann, berichtete Prof. Claudia Traidl-Hoffmann, TU München und Klinikum Augsburg [2]. „Eine vielfältige, gesunde Ernährung wirkt sich positiv auf das Darmmikrobiom aus und wirkt präventiv gegen Allergien.“ Ähnliches konnte bei Tieren im Haushalt beobachtet werden. Es wurde gezeigt, dass Hunde im Haushalt die mikrobielle Diversität fördern. „Je mehr mikrobielle Diversität, desto besser für das Mikrobiom“, so Traidl-Hoffmann. Das Mikrobiom der Haut ist sehr komplex und variiert je Hautareal. Es kann sich durch Umwelteinflüsse verändern, sodass nicht zu jedem Zeitpunkt dieselbe bakterielle Zusammensetzung gegeben ist [3].

Was tun bei empfindlicher Haut?

Durch eine gestörte Hautbarriere können toxische Stoffe und freie Radikale in die Haut penetrieren, wodurch Entzündungs- und Immunreaktionen ausgelöst werden. Das wichtigste Ziel sollte demnach die Rehydration und Wiederherstellung einer gesunden Hautbarriere sein. Exogene Hautschädigungen müssen vermieden werden. Das bedeutet, die Betroffenen sollten heiße Bäder und Standardreinigungsmittel meiden, erklärte Zuberbier. Empfehlenswert seien hingegen präbiotische, rückfettende oder milde Reinigungssyndets. Präbiotika können das Milieu der Haut soweit beeinflussen, dass die mikrobielle Diversität erhalten bleibt und protektive Keime günstigere Bedingungen vorfinden [4]. Das Ergebnis ist eine Verstärkung der Schutzfunktion des Mikrobioms.

„Die neuen Anforderungen an Dermatokosmetika sind eine Optimierung und Stabilisierung des Mikrobioms“, berichtete Zuberbier. Feuchtigkeitsspende Produkte mit dem präbiotischem Thermalwasser aus La Roche-Posay haben sich hierbei besonders etabliert.

Mittagsseminar "Spürbar mehr Wissen: Empfindliche Haut – Was tun?" von La Roche-Posay am 3. Mai 2019 im Rahmen der 50. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, Berlin

Herausgeber: signum [ pr, nach Informationen von La Roche-Posay

Quellen:

[1] Misery L et al. Acta Derm Venereol 2017; 97: 4-6

[2] Wang CS et al. Respirology 2018; 23: 901-913

[3] Costello EK et al. Science 2009; 326(5960): 1694-1697

[4] Zeichner J MD et al. J. Drugs Dermatol. 2018;17(6): 657-662

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