Regionale ADHS-Netzwerke ausgezeichnet

Shire verleiht 15. ADHS-Förderpreis

Die Preisträger und Preisträgerinnen Stefanie Eiden und Klaus Werner Heuschen vom ADHS-Netzwerk München/Oberbayern, Dr. Marion Paland-Huckemann und Jürgen Huth, Pädnetz Niederrhein (v.l.n.r).
Die Preisträger und Preisträgerinnen Stefanie Eiden und Klaus Werner Heuschen vom ADHS-Netzwerk München/Oberbayern, Dr. Marion Paland-Huckemann und Jürgen Huth, Pädnetz Niederrhein (v.l.n.r).

Berlin, 29. Januar 2019 – Die Auswirkungen von ADHS sind vielschichtig. Eine interdisziplinäre Vernetzung und Kooperation aller Beteiligten fördert die umfassende Versorgung und gesellschaftliche Teilhabe der Betroffenen. Der jedes Jahr von Shire verliehene und mit insgesamt 10.000 Euro dotierte ADHS-Förderpreis ging diesmal an zwei multiprofessionell aufgestellte Netzwerke, die sich bereits seit langem für eine verbesserte ADHS-Versorgung von Kindern und Jugendlichen engagieren. Ausgezeichnet wurden das Pädnetz Niederrhein und das ADHSNetzwerk München/Oberbayern. Die Jury lobte die besonders professionelle und vielseitige Umsetzung des Netzwerkgedankens, durch die es den beiden Preisträgern gelingt, die Flächenversorgung von Patienten mit ADHS zu optimieren.

Die Basis des im Jahre 2008 gegründeten Pädnetz Niederrhein, zu dem inzwischen 40 niedergelassene Kinder- und Jugendärzte gehören, besteht in der Nutzung kurzer Wege, klarer Diagnostikstandards und Therapiemaßnahmen nach den aktuellen ADHS-Leitlinien. Die Einbindung von Kinder- und Jugendpsychiatern sowie Neuropädiatern ermöglicht eine schnelle und effektive diagnostische Klärung von ADHS. In schwierigen Fällen und beim Vorliegen komplexer Komorbiditäten sichert die Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik Viersen-Süchteln die erfolgreiche Versorgung der Patienten. Auch der Schulpsychologische Dienst ist in die Netzwerkarbeit eingebunden, was die Betreuung schulrelevanter Teilleistungsstörungen sowie die Beratung von Patientenfamilien und Schulen sicherstellt. Neben Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten und psychosozialen Beratungsstellen haben sich auch Vor-Ort-Hilfen, Sozialträger und verschiedene Jugendämter im Kreis Viersen dem Projekt angeschlossen. Regelmäßige interdisziplinäre Therapeutentreffen sichern den Informationsaustausch, ermöglichen das Fallmanagement und die Diskussion besonderer Fälle. „Diese umfassende interdisziplinäre Vernetzung zum Wohle der Kinder und Jugendlichen in der Region Niederrhein ist großartig“, lobte Jurymitglied Prof. Manfred Döpfner, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Universität zu Köln, bei der Preisverleihung im Rahmen der 8. Mannheimer ADHS-Tagung.* Besonders lobenswert fand die Jury die Implementierung sog. „Case-Managerinnen“ in das Netzwerk. Diese Familienkinderkrankenschwestern bieten aufsuchende Hilfe und übernehmen die Koordination der ADHS-Behandlung. „Eine gute Idee, die im Praxisalltag sehr hilfreich ist“, ist sich Döpfner sicher.

Aufklärung, Vernetzung, Qualitätssicherung – vielseitig und auf allen Ebenen

Das ADHS-Netzwerk München/Oberbayern ist ein interdisziplinärer Zusammenschluss aus ADHSTherapeuten unter der Leitung der Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Adam Alfred und Klaus Werner Heuschen sowie der Psychologin Stefanie Eiden. Schwerpunkte des Engagements sind Aufklärung, schnelle Auffindbarkeit von Therapieplätzen in der Region und die Qualitätssicherung in der ADHSVersorgung. Das Informationsportal des Netzwerkes (www.adhs-netz.com) ermöglicht die wohnortnahe Suche nach ADHS-Therapeuten wie Psychologen, Heilpädagogen, Logopäden, Ergo- oder Lerntherapeuten. Auch Fachleute, die Unterstützung brauchen, und Schulen, die Beratung benötigen, können über die Homepage an Ansprechpartner gelangen. Daneben bietet das Portal umfassende Informationen rund um ADHS, und das auch in englischer, arabischer und russischer Sprache. Seit seiner Gründung im Jahre 2004 zählen Fortbildungen und Vorträge an Schulen, Kindergärten und Ausbildungsinstituten für Ergo- und Verhaltenstherapeuten zum festen Bestandteil der Arbeit des ADHS-Netzwerkes. Ein besonderer Fokus liegt daneben auf der Qualitätssicherung. So tragen ein eigens entwickeltes Curriculum zur Fortbildung zum ADHS-Therapeuten und ein inzwischen mehrfach aufgelegtes ADHS-Praxishandbuch dazu bei, die Qualität im Behandlungsverlauf sicherzustellen. Das Elterntraining FamilienCoachProjekt (FCP) vermittelt Eltern Kompetenz im Umgang mit ADHS. An die Kinder und Jugendlichen selbst wendet sich www.MyADHS.com. Das „Onlinebuch“ informiert in altersgerechter Sprache über Symptome, Diagnose und Therapiemöglichkeiten von ADHS und lässt sich auch im Rahmen der Psychoedukation einsetzen. Die Jury war beeindruckt von der Vielseitigkeit, Methodik und Nachhaltigkeit des Engagements des ADHS-Netzwerkes München/Oberbayern. „Sehr positiv zu sehen ist die starke Fokussierung auf die Qualitätssicherung in der ADHS-Versorgung”, betonte Döpfner.

Nach Informationen der Shire Deutschland GmbH, jetzt Teil der Takeda Group / Bildnachweis: © Shire Deutschland GmbH, Fotograf: Thomas Rittelmann, Mannheim

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