AGAS/AGNES 2019

Akne: Dermokosmetika können das Hautbild verbessern

Ekzeme und ein starker Juckreiz sind oft Symptome einer Neurodermitis.

Stralsund –„Wir befinden uns in einem epidemiologischen Wandel. Akne beginnt immer früher und endet erst im Erwachsenenalter“, so Priv.-Doz. Dr. Thomas Jansen, Köln und Neuwied. Als Hauptverursacher der Hauterkrankung habe lange Cutibacterium acnes (C. acnes) gegolten. Doch heute wisse man, dass dieses Bakterium auch auf der gesunden Haut vorkomme und nur bestimmte Stämme von C. acnes und vor allem Staphylokokken ausschlaggebend für die Entstehung von Akne sind. [1,2]

Diese und andere aktuelle Erkenntnisse aus der Neurodermitis- und Akne-Forschung standen im Fokus des von La Roche Posay ausgerichteten Symposiums, das im Rahmen der diesjährigen AGAS/AGNES Jahrestagung* stattfand. Auch praktische Tipps wurden von den Teilnehmern und Experten diskutiert.

Das sollte bei der Behandlung von Akne beachtet werden

Ein zu häufiger und langer Gebrauch von Antibiotika kann sich negativ auf das Hautmikrobiom auswirken. „Eine Störung der bakteriellen Diversität und zunehmende Antibiotikaresistenzen erfordern ein Umdenken in der Therapie“, erklärte Jansen weiter. Demnach sollten Antibiotika-Therapien mit Vorsicht angewandt und nicht als Monotherapie verabreicht werden. Therapiebegleitende Dermatokosmetika mit Aktivstoffen gewinnen immer mehr an Bedeutung, da ihre Wirksamkeit ähnlich gute Ergebnisse erzielt wie Antibiotika-Therapien. Eine regelmäßige Anwendung einer adäquaten Basispflege kann das Hautbild verbessern, ohne dass das Mikrobiom der Haut gestört wird.

Neue Neurodermitis-Leitlinie

Dr. Siri Roßberg, Berlin, berichtete in ihrem Vortrag über neue Erkenntnisse und Lösungen in der Neurodermitis-Therapie mit Fokus auf den neuen europäischen Neurodermitis-Leitlinien. Aus diesen geht hervor, dass das regelmäßige Baden und Duschen der Betroffenen Kinder erforderlich ist und Zusätze wie ein geeignetes Bade- oder Dusch-Öl empfohlen werden [3]. Die Basistherapie ist nach wie vor Grundbaustein der Neurodermitis-Behandlung. Bei Säuglingen mit besonders hohem Risiko, an Neurodermitis zu erkranken, kann eine frühe Basispflege, die in den ersten Lebenstagen beginnt, häufig die Hauterkrankung verhindern [3].

Wie sieht eine angemessene Pflege bei Neurodermitis aus?

Eine Basispflege kann die Hydration der Haut verbessern. Die Basispflege sollte mindestens zweimal am Tag erfolgen, wobei 100g/Woche bei Säuglingen empfohlen werden [3]. Roßberg merkt an, dass sich Pflegepräparate mit besonderen Zusätzen, wie Bakterienlysate, Saponine, Flavonoide und Riboflavine, zusätzlich günstig auf das Mikrobiom der Haut auswirken können, welches bei Neurodermitispatienten gestört sein kann [3]. Besonders positiv erwies sich ein neues Bade-Öl, das schnell in die Haut einzieht und durch seine Zusammensetzung keine größere Rutschgefahr beim Baden birgt. Auch der Einsatz eines antiseptischen Zusatzes ist möglich [3].

Quellen:

* 16. gemeinsame Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung im Kindes- und Jugendalter e. V./Arbeitsgemeinschaft Neurodermitis Schulung e. V., 22.-23.02.2019
1 Dréno B. et al., EMJ Dermatol 3 (1): 45-50, 2015
2 Dréno B. et al., Exp Dermatol 26: 798-803, 2017
3 Wollenberg A. et al., European Guidelines for Treatment of Atopic Eczema in Adults and Children Part 1 and 2., J Eur Acad Dermatol Venere-ol. May;32(5): 657-682, 850-878, 2018

Herausgeber: signum [ pr GmbH, nach Informationen von La Roche Posay

Bildnachweis:© fotolia.com/Gina Sanders

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