Welttag der Seelischen Gesundheit 2019

Durch Reden Leben retten

Psychische Erkrankungen
Bei psychischen Erkrankungen sollten Warnsignale durch Familienangehörige oder Freunde sehr ernst genommen werden

HAMBURG. Über Lebenskrisen oder suizidale Gedanken wird auch heute noch meist geschwiegen. Die Folgen können für die Betroffenen fatal sein – im schlimmsten Fall sogar tödlich: Jedes Jahr sterben mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen zusammen [1]. „Denn die Angst vor dem Stigma einer psychischen Erkrankung bringt auch suizidale Menschen dazu, über ihre Gedanken und seelischen Probleme nicht zu sprechen und keine Hilfe zu finden“, erklärt Prof. Reinhard Lindner, Kassel. Umso wichtiger, dass beim jährlichen Welttag der seelischen Gesundheit am 10. Oktober in diesem Jahr das Thema Suizidprävention im Mittelpunkt stand, so Prof. Lindner. Die beiden Pharmaunternehmen Otsuka Pharma GmbH und Lundbeck GmbH unterstützen diese Initiative. Die Aufklärungsarbeit und die Förderung der Suizidprävention stehen dabei im Vordergrund.

Aus gutem Grund: Denn die jährliche Zahl der Suizidversuche liegt um ein Vielfaches höher als die für vollendete Suizide [1].

Ein besonders hohes Suizidrisiko haben vor allem Suchtkranke oder Menschen in einer akuten Belastungssituation, wie einer Trennung, einer schweren Erkrankung oder einem anderen schicksalhaften Lebensereignis. In 65 bis 90 Prozent aller Suizide spielen laut Angaben des Robert-Koch-Instituts psychische Erkrankungen eine Rolle [2]. Neben der Depression geht auch die Schizophrenie mit einem erhöhten Suizidrisiko einher. Vor allem in den ersten Jahren der Erkrankung ist dieses besonders hoch.

Schizophrenie tritt häufig im späten Jugend- bzw. frühen Erwachsenenalter auf, eine von großen persönlichen Entwicklungsschritten geprägte Zeit. Psychotische Betroffene verlieren phasenweise den Bezug zur Wirklichkeit. Sie erleben auch, dass Gleichaltrige ins Leben starten, das Elternhaus verlassen, eine Ausbildung oder ein Studium aufnehmen und langfristige Liebesbeziehungen eingehen, ihnen selbst dies aber nicht gelingt. Eine Isolation, sprich der Rückzug aus dem „normalen Leben“, kann die Folge sein. Vor allem, wenn sie Angst vor Unverständnis haben oder gar eine Stigmatisierung in ihrem sozialen Umfeld befürchten.

Für Hilfe ist es nie zu früh!

„Für Betroffene spielen gerade in einer schweren Phase Familienangehörige, Freunde oder auch gute Kollegen eine entscheidende Rolle“, betont Prof. Lindner. Erste Warnsignale sollten Angehörige in jedem Fall ernst und als Anlass nehmen, das Thema behutsam, aber offen anzusprechen. „Interesse, Zuwendung und das Aufzeigen von Hilfsangeboten sind die wichtigen ersten Schritte, um gemeinsam eine Lösung zu finden“, rät Prof. Lindner. Weiterhin sollten die Betroffenen dabei unterstützt werden, sich professionelle Hilfe, beispielsweise bei eine*r niedergelassenen Psychiater*in/Psychotherapeut*in oder in einer Klinik zu suchen. Denn, wenn eine psychische Erkrankung zugrunde liegt, ist diese meist gut behandelbar. Bei akuten Gefahrenfällen sind psychiatrische Notfallambulanzen sowie die Telefonseelsorge (0800-1110111 oder 0800-1110222) rund um die Uhr erreichbar.

Weitere Informationen zur Suizidprävention bietet zum Beispiel die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention, das Nationale Suizidpräventionsprogramm für Deutschland und die AGUS Angehörige um Suizid e.V.

Wichtig für jeden von uns ist es, sich selbst vor schweren Phasen oder Lebenskrisen zu schützen. Aber nicht alle Verletzungen, Verluste und Kränkungen sind vermeidbar. Sich Unterstützung, Hilfe und Therapie zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche oder Versagen, sondern der erste Schritt zur Bewältigung.

Über Schizophrenie

Schizophrenie ist durch Störungen des Denkens, der Wahrnehmung und der Affektivität gekennzeichnet. Die häufigsten Symptome sind Halluzinationen, paranoide oder bizarre Wahnvorstellungen und desorganisiertes Sprechen und Denken. Diese werden von erheblicher sozialer oder beruflicher Dysfunktion begleitet. Typischerweise setzen die Symptome im frühen Erwachsenenalter ein. Die chronische Erkrankung erfordert oft eine lebenslange Behandlung zur Symptomlinderung. Schätzungen zufolge ist etwa 1 % der erwachsenen Bevölkerung in den USA und Europa von Schizophrenie betroffen, weltweit sind es ca. 24 Millionen Menschen.

Herausgeber: signum [ pr, nach Informationen der Otsuka Pharmaceutical Co., Ltd. / H. Lundbeck A/S

Quellen:

[1] Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention 2018; abrufbar unter: https://www.suizidpraevention-deutschland.de/fileadmin/user_upload/Presse/NaSPro_2018-08-30-WSPD_PK_Pressemitteilung.pdf (letzter Zugriff: 21.10.2019)

[2] Gesundheitsberichterstattung des Bundes gemeinsam getragen von RKI und DeStatis 2015; abrufbar unter: http://www.gbe-bund.de/pdf/GESBER2015.pdf (letzter Zugriff: 21.10.2019)

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